Apple Migrationsassistent - mehr Ärger als Nutzen

Kürzlich hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, eine Windows XP Umgebung auf einen neuen iMac mit OSX 10.9 zu migrieren. Soweit so gut, Freigabe öffnen, Daten an die richtigen Orte schieben, Kleinkram wie Kalender, Mails, etc. ex- und importieren. Bei gut sortierten Daten eigentlich kein großer Akt.

Nun wurde aber bereits vor meiner Ankunft der Migrationsassistent ausgegraben, also warum nicht einfach diesen ausprobieren. Nach kurzen Startschwierigkeiten, einem Socketfehler und einem Firewall-Konflikt lief dieser dann auch los. Alle relevanten Daten angekreuzt und los gehtss. Mehrere GB Dokumente, eine Reihe Fotos, also viele kleine Dateien, 2 Stunden sollte es dauern, aber wir wollten sowieso Mittagessen gehen.

Begutachten wir also das Ergebnis:

  • ein neuer Benutzer wurde angelegt -> er heißt <Name>1, da bereits ein gleichnamiger vorhanden war, aber OK
  • alle Daten wurden in den öffentlichen Ordner kopiert, selbst die von Windows vorsortieren (Eigene Dokumente, Bilder, ...)
  • Kalender wurden aus Outlook übernommen, allerdings falsch benannt
  • Browsereinstellungen Fehlanzeige. Safari hat die IE-Lesezeichen, dieser wurde aber nie benutzt
  • Adressbücher wurden übernommen, aber mit den Apple-Kontakten vermischt

Man könnte sagen, 75% der Arbeit wären getan... denkste!

Ein näherer Blick auf die Daten selbst und das Problem wird klar: 
Die Dateiattribute, insbesondere Erstell- und Änderungsdatum wurden auf den Migrationszeitpunkt gesetzt!

Gut, in der Datei selbst stehen noch alle Daten, aber erst jedes Mal öffnen, nur um zu sehen, wann sie erstellt wurde? Das mag in einer Bibliotheken-Welt wie Apple sie gern hätte völlig irrelevant sein, in der klassischen Welt der Dateien ein absolutes No-Go!

Hierzu findet sich nirgends ein Hinweis und wenn man das Netz einmal durchsucht, scheint das auch niemanden zu interessieren.

Unsere Lösung:

Vorgehen wie anfangs geplant, SMB-Freigabe auf dem Mac erstellt und die Daten vom Windows PC in die passenden Ordner kopiert. Dabei bleiben solche Attribute wie selbstverständlich erhalten, sodass man im Finder bequem nach Datum sortieren und suchen kann.

Im Endeffekt waren die 2 Stunden reine Zeitverschwendung. Das kopieren per Freigabe hat nebenbei bemerkt auch weniger lange gedauert.

Wenn man sich die Apple Philosophie betrachtet mag das irgendwo einen Grund haben, für mich ist so etwas absolut unverständlich. Ich weiß nicht, ob das an dieser Stelle schlicht vergessen wurde oder doch mit irgendeiner Absicht geschehen ist, aber selbst wenn solche Daten als unwichtig eingestuft werden, kann man sie doch einfach mitkopieren, das sollte technisch keine Schwierigkeit darstellen. In jedem Fall war das mal wieder keine Glanzleistung...

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Kategorien: Apple
Tags: Apple, Mac

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