Klein, aber …

… aber was? Im folgenden möchte ich über ein Gerät berichten, welches geradeeinmal 89x60x14,5mm groß ist und ohne Akku 80g auf die Waage bringt. Die Rede ist vom DSO Quad.

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So kam es an

Für einige unvorstellbar, bietet dieses Gerät, welches nebenbei kleiner und leichter als mein Mobiltelefon ist, ein digitales Speicheroszilloskop mit 4 Kanälen (2 analog, 2 digital) und als kleinen Bonus noch einen Funktionsgenerator. Meine Erwartungen sind nicht unbedingt hoch, bin ich doch von Berufswegen hochqualitative Scope gewohnt. Für nicht einmal 200$ (zur Kaufzeit etwa 140€) ist es allerdings einen Versuch wert. Hierfür erwarte ich ein Gerät, welches mir etwa die Kurvenform anzeigt und bestätigt „8V Sinus mit 10kHz läuft“ oder „Tastgrad der PWM ändert sich“. Wir werden sehen, ob es das hält.

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Akku und Kalibrierung

Direkt beim Hersteller in China bestellt, kam es nach knapp zwei Wochen ohne Probleme bei mir an. Die ungebetene Dreistheit der Paketbeschriftung ist mal wieder beindruckend. Der erste Eindruck ist in Ordnung. Es kommt gut sicher verpackt mit vier Tastköpfen, Farbringen und und einem Lithium-Akku in nett designter Verpackung. Die Bedienungsanleitung ist wie erwartet etwas dürftig, dafür bietet der asiatische Hersteller eine größere englischsprachige Community. Einlegen des Akkus ist recht selbsterklärend, wenn auch etwas eng. Das Gerät fährt mit Umlegen des Schalters sofort hoch und ist ohne weitere Konfiguration nutzbar. Für das Display habe ich eine sehr kratzfeste Folie zugeschnitten, die mir aus haptischen Gründen auf dem Touchscreen des Telefons nicht gefiel. Erfüllt hier aber ihren Zweck.

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Erster Start

Der ARM Cortex M3 leistet ganze Arbeit, das Display ist mit 400x240 Pixeln etwas grob, zeigt aber im wesentlichen, was man sehen möchte. Der 8bit ADC ist nicht gerade Hochpräzision, lässt sich dank OpenSource Firmware und Schaltplänen aber auch leicht durch ein 16 oder 24bit Modell ersetzen, vermutlich auf Kosten der Sampling Rate. Stellen wir dies erstmal hinten an.

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Seitliche Anschlüsse

Mit zwei anfangs etwas fummelige Schaltern navigiert man durch die Menüpunkte am Rand und kann deren Werte ändern. Läuft soweit verhältnismäßig intuitiv. Die Kanäle haben vier verschiedene Farben, die sich in jedem Einstellungspunkt wieder finden lassen. Tastköpfe gleichfarbig kodiert macht es idiotensicher. Deren Anschluss erfolgt über MCX Buchsen. Nachvollziehbar, da wohl kaum Platz für 5x BNC ist. Wer seine guten Tastköpfe oder Adapter nutzen möchte, kann für kleines Geld auch Adapter auf BNC erwerben.

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Sinus des eigenen Generators

Kommen wir zum Praxistest: Messbereich einstellen, ein Signal generieren und los geht’s. Die Triggerung funktioniert erstaunlich gut. Mit dem Kalibrator sieht man allerdings schnell, dass die Software noch ein paar Macken hat, beispielsweise die Frequenzabtastung. Hier treten bereits ab 100kHz Aliasingfehler auf. Man muss die Werte mit Vorsicht betrachten. Bild und Messwert passen nicht immer zusammen. Meine Vermutung liegt bei der Software, vielleicht kann man da noch was drehen. Die Rate ist mit 72MSa/s pro Kanal angegeben, die Speichertiefe von 4K ist nicht gerade üppig. Spätestens ab 1MHz würde ich dem Gerät allerdings nicht mehr viel glauben schenken. Für dem Bastelkeller sollte der Bereich aber gut ausreichen.

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Screenshot Autozündung

Die gemessenen Werte lassen sich in verschiedenen Formaten speichern. So als Screenshot des Bildschirms im Bitmap-Format oder als Messreihe in verschiedenen Formaten. So lassen sich die Kurven komfortabler am Rechner auswerten. Die Übertragung ist denkbar einfach. Über eine Mini-USB (B) Buchse kann man das Gerät mit dem Rechner verbinden, der Zugriff erfolgt direkt auf das Dateisystem des internen Speichers.

 

 

Nun zum Fazit: Es wird sicher noch etwas dauern, bis ich den vollen Umfang des Gerätes ausgeschöpft habe. Vielleicht lässt sich noch was optimieren. Unter'm Strich kann man sagen, dass das Gerät für den Heimgebrauch durchaus in Ordnung ist. Klein, portabel und nicht zu kompliziert zu bedienen. Und was nicht zu unterschätzen ist, potentialgetrennt – klar, läuft ja auf Akku. Übertragung und Aufladen per USB ist Standard und funktioniert problemlos. Auf jeden Fall kann man den ein oder anderen Kollegen mit der Größe beeindrucken.

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Kategorien: Computer & Technik, Testberichte
Tags: Elektronik, Oszilloskop, Test

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