LED war gestern, SMD ist heute - Bauernfängerei?

Wer kennt sie nicht, Leuchtdioden, besser bekannt als LED (engl. light-emitting diode). Spätestens seit der Markt mit Raumbeleuchtung, Taschenlampen und jeder Menge leuchtender Spielereien überflutet ist, kennt sie wohl jeder. Was das so richtig ist, ist eigentlich zweitrangig. Und wenn man mal in manche Onlineshops schaut, findet man teils haarsträubende Angebotstexte. Ich frage mich langsam, wissen die Händler es selbst nicht besser oder möchte man den Verbraucher hier einfach verschaukeln?

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Verschiedene LEDs in THT

Das klassische Bild dürfte hier ein Kunststoffzylinder mit zwei Beinchen sein. Eine einfache bedrahtete Leuchtdiode, welche üblicher Weise durch Löcher in einer Leiterkarte gesteckt wird. Diese Technologie wird auch THT (engl. through-hole technology) genannt.

Nun ist in der Elektrotechnik aber längst die reine Oberflächenmontage ohne Bohrungen und Durchkontaktierungen Stand der Dinge. Die Bauteile werden meist maschinell auf den mit einer Paste versehenen Lötpads abgesetzt und anschließend im Ofen verlötet. Die Technik wird auch kurz SMT genannt (engl. surface-mount(ing) technology). Die entsprechende Bauteilgattung entsprechend - welch Überraschung - SMD (engl. surface-mount(ed) device).

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SMD LEDs und andere

So weit, so gut. Nun liest man aber immer häufiger Sätze wie "SMDs sind besser, als LEDs". Was soll einem das nun sagen? Nach obigen Ausführungen würde das bedeuten, dass alle Bauteile, die auf der Oberfläche aufgebracht werden besser sind, als Leuchtdioden. Nun erstreckt sich die Bandbreite allerdings von Steckern, Widerständen über Dioden bis zu Prozessoren. Die alle? Und was ist dann mit SMD-LEDs?

Gemeint ist wohl, dass SMD-LEDs besser sind, als bedrahtete. Ich sage mal, es kommt auf den Einsatzzweck an. Pauschal kann man nicht einmal das stehen lassen.
Und es geht noch weiter mit der Bauernfängerei. So kann man inzwischen für sein Auto "superhelle Xenon CAN-Bus SMDs" kaufen. Geht man dem Begriff nach, würde ich weiße, edelgasgefüllte Bauteile zur Oberflächenmontage mit integrierter CAN-Bus Schnittstelle erwarten. Denkt man etwas darüber nach, könnten es Glühlampen sein, die man über den Bus steuern kann.

Und ja, SMD-Glühlampen gibt es tatsächlich! Ich kann leider gerade keine Ansichtsexemplare finden.

Aber nein, gemeint war wohl ein kaltweißes LED-Leuchtmittel, das so viel Leistung aufnimmt (meist über einen simplen Parallelwiderstand), dass die Stromerkennung moderner Fahrzeuge die Lampe nicht als defekt erkennt.

Schön, warum schreibt man das dann nicht hin...

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Kategorien: Elektronik
Tags: Elektronik, LED

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